Begriffserklärungen-Kopfruten:
Gerade Anfänger sind oft mit den Begriffen der
Insider überfordert.
Wer beim Händler gezielt nach Eigenschaften der Modelle fragt,
sollte wissen, was diese Angaben bedeuten
und ob Sie zu einer Kaufentscheidung führen sollten.
Teflon Joint oder
Anti-Joint Die
Steckverbindungen sind mit einer Teflonschicht versehen. Dies gewährleistet
einen hohen Abriebsschutz und die Steckteile lassen sich deutlich einfacher
aus einander stecken. Dies ist gerade bei Regen eine große Erleichterung.
Sinnvoll ist diese Technik aber erst ab Teil 5 der Kopfrute damit die
Balance nicht gestört wird und unnötig Gewicht entsteht. |
| Clean Cap System Für die Steckteile 3, 4, 5 und 6 gibt es verjüngte Einsätze aus weichem Kunststoffmaterial. Diese können bei Bedarf eingesetzt werden. Die Vorteile: Kein Verkanten der Steckteile mehr möglich und der Schmutz wird verdrängt. |
| Anti-Friction System Ab Kitlänge sind die Steckteile mit einer Teflonmatte beschichtet. Dadurch klebt die Rute beim Auf- und Abstecken nicht mehr an den Händen und es kommt zu keinen Verwicklungen des Schwimmers beim Aufstecken. Beim Abstecken der Rute gehen dadurch zudem weniger Fische im Drill verloren. |
| Downforce oder Balancegewicht misst den Kraftaufwand (Kopflastigkeit der Rute) des Anglers in Kilogramm. Bei der Bewertung einer Rute ist die Downforce wichtiger als das Gewicht der Rute. Es gibt schwerere Ruten mit einer geringen Downforce. |
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Bull Nose sind abgerundete Steckübergänge der Ruten. Diese sollen
das Aufstecken der Rutenteile erleichtern und damit eventuelle Rissbildung
am aufgesteckten Rutenteil verhindern. Inwieweit diese Technologie
Materialspannungen (Rissbildung durch eigene Spannung) durch die Abrundung
des extrem starren High Modulus (HM) Carbons erzeugt, konnte uns noch keiner
weder positiv noch negativ bestätigen. |
Ein
Bandsystem schützt die Steckteile wirkungsvoll gegen Abrieb. Dies ist ein
Geflecht von hauchdünnen Aluminium. Dies findet man jedoch nur an
Spitzenruten für Leistungsangler.FAPS und Triana sind da Vorreiter. |
| Das Eigengewicht der
Kopfrute deutet auf den Einsatzbereich der Rute hin. Leichte Ruten sind in
erster Linie für Stillwasser oder langsam fließende Kanale geeignet.
Schwerere Ruten sind meistens für das Angeln auf Karpfen oder das fischen
und starker Strömung gedacht, da diese Modelle dann mehr Rückgrat haben und
auch mal eine Fehlbedingung "verzeihen". Schwere Modelle hängen meistens zur
Ideal-Linie durch das Eigengewicht stärker durch. Ein gute 11m Karpfenrute
sollte bei 900 Gramm nicht mehr als 36cm durchhängen. |
| 13m + 1,5m = 14,5m?
Eine Verlängerung (Extension, Shorthandle, Miniprolunga) ist nicht
das gleiche, wie ein reine 14,5m Rute. Eine 13m Rute wird zur 14,5m Rute
durch ein weiteres Handteil. Damit wird aber die Balance gestört. Durch das
zweite Handteil hängt diese Rute viel stärker durch als eine reine 14,5m
Rute. Eine 13m Rute ist bezüglich der Balance bereits optimiert. Bei
High-End Modellen in der 2000€-Klasse spielt dieser Umstand keine Rolle
mehr, da das verwendete Carbon-Material dann eine Klasse für sich ist. |
| Kit oder Topset
sind die ersten 4-5 Teile einer Rute, die beim verkürzten Fischen ( ca. 5m
Schnur an 13m Rute) je nach Gewässerbedingung kurzfristig gewechselt werden
können |
| Shorthandle oder
Miniprolunga ist meist nur 0,5m - 0,9m lang und dient als Option, wenn
man mal kurz vor oder hinter dem Futterplatz angeln muss oder mehr
Stabilität im Handling erreicht werden soll. Das Shorthandle dient dann als
Handteil mit besserer Griffigkeit. Laut Bestimmungen der f.i.p.s. dürfen bei
Angelveranstaltungen bestimmte Rutenlängen pro Altersklasse nicht über
schritten werden. Da aber fast alle Spitzen für den Gummizug gekürzt werden
müssen, bietet das kleine Handteil die Möglichkeit die Höchstgrenze an
Rutenlänge wieder zu erreichen. |
| rated Elastic No 12.
ist nicht der Hinweis auf die Höchstgrenze der maximalen Gummizugstärke
sondern eher eine Empfehlung für den Einsatzbereich. Höhere Werte deuten auf
eine Karpfenrute hin. |
Die Gummizugstärke ist
ein Hinweis auf die maximale Stärke des Gummizuges
bevor
die Rute bricht. Diese Grenze sollte in Praxis NIEMALS ausgereizt werden. Es
stellt eher ein theoretischer Wert da. Die Tragkraft der Angelschnur sollte
immer geringer als die des Gummis sein. Häufig brechen Rutenteile wegen zu
starker Gummis oder falschen kescherns (Ausheben des schweren Fisches). Der
Gummizug dient zum Drill des Fisches. Es wird NICHT!!! mit der gesamten
Rutenlänge unter Ausnutzung der Rutenspannung/Elastizität der Fisch
gedrillt, sondern es wird die Rute waagerecht zur Wasseroberfläche nach
hinten abgesteckt und nicht, wie bei Junganglern beobachtet, nach oben
angehoben. Den Drill übernimmt der Gummi! Zum Angeln auf Brassen mit 12er
oder 14er Hauptschnur wird ein Gummizug der Stärke 6-8 empfohlen. Für
schnell fliesende Gewässer sollte ein Gummizug der Stärke 10-12 zum Einsatz
kommen.Gummizüge bieten heutzutage einen Dehnfaktor von 1 zu 6 bevor dieser zerreist. Gummizugmontagen werden in den meisten Fällen im Teil 3 des Kit's installiert. |
Ein Abroller wird
benötigt, wenn die lange Rute beim Drill nach hinten
geschoben
wird und ein Ablage benötigt wird auf der die Rute gleitet. |
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Dipl. Ing. Maik Fiebig
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