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Ein
anschauliches Beispiel, wie PETA Tatsachen verdreht, Halbwahrheiten
verbreitet und dumpfe Meinungsmache in Sachen vegane Lebenseinstellung
verbreitet (diesmal allerdings kommentiert):
Weil
Fische ein Gehirn, ein zentrales Nervensystem und Schmerzrezeptoren haben,
können sie genau wie Katzen, Hunde und Menschen Schmerz empfinden. Dass
sie nicht schreien können bedeutet nicht, dass sie nicht leiden. Auch hat
der „Angelsport" zur Folge, dass andere Tiere, wie etwa Vögel, häufig an
liegengebliebenen Haken oder Angelschnuren ersticken.
Als PETA seine Kampagne „Rettet die Fische!" begann und Angler bat, Ihre
Angelrute an den Nagel zu hängen, ernteten wir nur ungläubiges Staunen.
Ob
Fische Schmerz empfinden können, ist in der Wissenschaft umstritten. Peta
behauptet es einfach und stellt Unbewiesenes als Tatsache hin. Grundlage
aller dieser Behauptungen sind Veröffentlichungen im “Shark Info” der
Erlenmeyer-Stiftung für Tiere. PETA, aber auch andere Organisationen,
übernehmen Ergebnisse von Untersuchungen, welche auf Haie bezogen sind und
verallgemeinern diese. Bei der Bemerkung mit den Haken und Angelschnüren
haben sie Recht, also Ihr Pappnasen unter den Anglern, nehmt Euer Gerümpel
von den Gewässern bitte wieder mit - wie Ihr seht, fallt Ihr allen Anglern
in den Rücken.
Weiter geht es mit einem virtuellem Frage- und Antwortspiel:
„Fische empfinden nicht mehr Schmerz als eine Kartoffel, wenn man Ihnen
die Augen herausschneidet."
Falsch, Herr Kartoffelkopf! Dr. D. Broom, Tierschutzberater der
britischen Regierung, sagt dazu: „Anatomisch und physiologisch ist das
Schmerzsystem von Fischen dem von Vögeln oder Säugetieren gleichzusetzen."
Und Dr. Austin Williams, ein Zoologe der amerikanischen
Meeresfischerei-Behörde, meint, dass Fische „fühlende Organismen sind und
natürlich Schmerz empfindet".
Wie
gesagt, die Wissenschafter sind sich uneins zu der Frage, ob Fische
Schmerz empfinden. Aufgrund verschiedenen Untersuchungen tendiert die
Mehrheit zu einem “Nein”. PETA hat hier tendenziös 2 Aussagen
herausgegriffen und stellt einfach eine Behauptung auf.
Schmerz ist nicht zuletzt eine Sache der Erfahrung, des Lernens. „Man muss
... zwischen dem neuronalen Schmerzsystem im Gehirn und der subjektiven
Schmerzempfindung unterscheiden", sagt Prof. Gerhard Roth, Biologe und
Hirnforscher an der Uni Bremen. „Mir sind keine Untersuchungen über
Schmerz bei Fischen bekannt", ergänzt sein Kollege Mario Wullimann.
„Selbst in einem gerade erschienen Buch, das die neuesten Ergebnisse der
Fischphysiologie zusammenfasst, taucht der Begriff Schmerz im Sachregister
nicht auf."
„Und was kommt danach? Etwa die Rechte der Würmer?"
Warum nicht? Wir zweifeln stark daran, dass Würmer versessen darauf sind,
mit der „Wurmpumpe" Bekanntschaft zu machen, einer Plastikflasche mit
einer Nadel am Ende, die von Anglern verwendet wird, Würmer „aufzupumpen",
um sie dann als Köder zu benutzen, wie es in manchen Ländern leider noch
der Fall ist. Auch Frösche, Mäuse, Hasen und Hähne, aus deren Fell und
Federn man oft „Fliegen" herstellt, zählen zu den Ködern.
Keine
Ahnung, woher dieses Horrormärchen kommt. Wir haben noch nie von einer
Wurmpumpe in diesem Zusammenhang gehört, aber vielleicht meinen unsere
Freunde ja damit ein Gerät zum sammeln von Watwürmern, was
verschiedentlich auch so genannt wird. Der waidgerechte Angler nutzt
Auftriebskörper etwa aus Plaste oder Kork, ein “aufpumpen” der Würmer ist
sowieso nicht sinnvoll, da ein dermaßen präparierter Wurm die Luft nicht
lange halten würde.
Eher zum Lachen (wenn es denn nicht so ernst wäre) ist das “Fell” der
“Frösche”, was der böse Fliegenfischer verwendet.
„Angler sind Engel verglichen mit kommerziellen Fischern."
Die großen Fabrikschiffe saugen in der Tat sämtliches Leben mit
alarmierender Geschwindigkeit aus dem Meer, aber Angler sind noch weit
davon entfernt, sich Engelsflügel verdient zu haben. Jahr für Jahr
verheddern sich zahllose Tiere und Wasservögel in weggeworfenen
Angelleinen. Andere Tiere werden Opfer der „imprägnierten Köder"
(Plastikwürmer mit Duftstoffen im Inneren). Ein Tierarzt aus Florida
stellte fest, dass die Eingeweide von kranken Ottern voller Plastikwürmer
waren. Und Angler veranstalteten ein Riesenspektakel, als Umweltschützer
in den USA ein Verbot von Senkblei verlangten, das Vögel vergiftet.
Ungiftige Senkgewichte sind überall erhältlich - sie sind nur etwas
teurer.
Jawohl, wie gehabt, alles in einen Topf schmeißen. Richtig ist, das
weggeworfene Schnüre tödlich für Fische, mehr noch für Vögel sein kann.
Wir sagten es bereits oben, nehmen Sie bitte alles wieder mit, was Sie an
das Wasser gebracht haben - Angelschnüre verrotten nicht.
Plastikwürmer mit Duftstoff im Inneren? Diese Argumentation ist nicht
schlüssig. So ein Wurm, auch wenn wir noch nie davon gehört haben, ist ja
wohl am Haken und der Schnur befestigt und wird damit wieder aus dem
Gewässer entfernt.
Sie selber wissen es sicher am besten, ja wir Angler verwenden Duftstoffe.
Entweder im Friedfischfutter bzw. bei Bolies, aber das dürfte keinem Fisch
schaden. Oder Kunstköder werden damit präpariert. Mit diesen werden aber
bestimmt keine Gewässer zugepflastert, was hier suggeriert werden soll.
Bleifrei angeln - damit habt PETA ausnahmsweise vollkommen recht. Blei ist
ein Schwermetall und hochgiftig - Blei hat nichts in Gewässern zu suchen.
Leider ist es aber nicht so, wie behauptet (PETA-typisch, Halbwahrheiten
als Argumente), das bleifreie Gewichte überall erhältlich sind. Hier ist
die Industrie gefordert und Sie sollen sich überlegen, ob Sie nicht
bleifreie Gewichte einsetzen.
„ohne Angler wären die Flüsse und Seen reine Abwässer“
Nun sind sie statt dessen die Abfalleimer der Angler. Eine
Studie eines Sees in Wales stellte fest, dass 64 % des von Besuchern
zurückgelassenen Mülls an dem Ufer vorgefunden wurde, das vorrangig Angler
benutzten. Weggeworfene Köderbehälter machten 48 % des Müllaufkommens aus!
Einspruch - unzulässige Verallgemeinerung. Aber auch hier unser Aufruf an
alle Dreckschweine unter den Anglern - nehmt Eueren Müll wieder mit!
„Angler sind Naturschützer"
„Was hat das mit „Naturschutz" zu tun: In einigen Ländern
vergiften Regierungsbehörden das Wasser vorsätzlich mit Fischpestiziden,
um nicht erwünschte Fischarten zu töten, und besetzten die Gewässer dann
wieder mit „Sport-Fischen". Die künstlich eingesetzten Fische irritieren
das Ökosystem und verursachen eine Verringerung der Froschpopulation und
Mikroorganismen. Künstlich eingesetzte Fische schleppen aber auch
Krankheiten ein.
Wo
bitte ist genau “in einigen Ländern”. Ganz bestimmt nicht in Deutschland,
Österreich oder der Schweiz. Ganz im Gegenteil - in den Fischereigesetzen
wird artfremder Besatz verboten, in der Vergangenheit wurden hier Fehler
gemacht. Und wie sollen wir uns das mit den Pestiziden vorstellen? Ehrlich
- so einen Blödsinn haben wir noch nie gehört. Der zweite Satz ist wieder
mal richtig, aber PETA - nur wer dumm ist kann die Wahrheit nicht
erkennen. Und wer informiert ist erkennt Halbwahrheiten, was ja wohl eine
Form der Lüge ist.
„Ein Angeln, bei dem Fische gefangen und wieder freigelassen werden, ist
human."
Na klar, wenn Sie meinen, dass es nett ist, jemanden erst mit
dem Auto zu überfahren und ihn dann wieder seines Weges zu schicken. Zu
den gängigen Verletzungen, die ein an der Angel hängender Fisch erleidet,
zählen: eingerissene Schwimmblasen und toxischer Aufbau von Milchsäure in
den Muskeln. Fische leiden auch unter dem Verlust ihrer äußeren
Schutzschicht, wenn man mit Ihnen hantiert, was dann oft zu Infektionen
führt.
Noch
nie haben wir diese Argumentation so von einem Angler gehört, human heißt
schließlich “menschlich, der Menschenwürde entsprechend”. Wahrscheinlich
soll hier suggeriert werden, das Angeln unmenschlich sei. Gut möglich, den
PETA stellt ja Angler, Mörder und Kinderschänder gleich. Das waidgerechte
Angler die Schleimhaut von Fischen nicht beschädigen oder verletzte
Schwimmblasen nur beim Angeln von Fischen aus großen Tiefen auftritt (die
dann eben nicht zurückgesetzt werden), sei nur noch am Rande erwähnt.
„Angeln hält Kinder von Drogen fern."
In Wirklichkeit werden Kinder hier an den „Haken der
Grausamkeit" genommen. Bei nächtlichen „Turnieren", die von einer
Vereinigung für das Bogenfischen in Michigan gesponsert werden, töten mit
Bogen und Lichtern bewaffnete Jäger Hunderte von Fischen, deren Leichen
auf der örtlichen Deponie entsorgt werden.
Vielleicht stimmt das Beispiel ja, aber das mit der Kampagne von Balzer
gleichzusetzen ist pervers. Aber nur logisch im Gestrüpp von
Halbwahrheiten, radikalen Ansichten und selektiven Wahrnehmungen der PETA. |